Kurztest: Seagate Constellation ES.2 3000GB

SSDs werden immer mehr zum Massenprodukt, jedoch bieten sie häufig nur Kapazitäten bis 500GB. Die etablierten Festplattenhersteller wie Toshiba, Western Digital oder Seagate erreichen jedoch immer größere Festplattenkapazitäten bei gleicher Bauform und Schrauben dabei zeitgleich an der Geschwindigkeit der "normalen" Festplatten. Seagate stellte uns für den heutigen Test freundlicher Weise zwei der Constellation ES.2 3TB HDDs zur Verfügung, die wir heute in einem Kurztest genauer vorstellen möchten.

Die Festplatten der Constellation-Serie richten sich grundsätzlich an den Enterprise-Markt und sollen aus diesem Grund besonders zuverlässig arbeiten. Durch ihre Kapazität von 3000GB eignen sich die Festplatten perfekt für den Einsatz in NAS-Systemen oder Systemen, die 24/7 erreichbar sein sollen. Jedoch sind die Festplatten dabei nicht unbedingt auf den energiebewussten Endkunden ausgelegt, verbrauchen sie schon im Leerlauf bis zu 7,7 Watt und unter Last gar 10,7 Watt.

Das Adressierungsproblem

Mit der steigenden Größe der Festplatten, treten jedoch auch weitere Probleme auf, an die man in den Anfangszeiten der Entwicklung noch nicht gedacht hat. So haben alle Festplatten, die über eine Kapazität von 2,2TB verfügen ein Problem - sie lassen sich nicht mehr mittels der bisherigen MBR-Partitionierung nutzen bzw. nur teilweise nutzen.

Grundsätzlich weist eine Festplatte verschiedene Unterteilungen auf. So gibt es auf den rotierenden Magnetscheiben bestimmte Wege für die Schreib- und Leseköpfen, sogenannte Tracks.  Diese Tracks sind unterschiedlich lang, da der Umfang einer Spur in der Mitte der Magnetscheibe kürzer ist, als am äußeren Rand der Scheibe. Dem zu Folge sind die Tracks wiederum in Sektoren unterteilt. Bei älteren Festplatten fassen diese Sektoren einen Speicherplatz von 512 Byte, bei neueren Festplatten werden jedoch 4096 Byte große Sektoren eingesetzt. In beiden Fällen wird für jeden Sektor ein bestimmter Speicherbereich benötigt, um diesen zu verwalten, was dazu führt, dass der verfügbare Speicher auf einer Festplatte sinkt. Teilt man somit 1TB Speicherkapazität in Sektoren ein, fällt bei der Nutzung von 512 Byte Sektoren deutlich mehr Speicherplatz ab, als es bei der Nutzung von 4K-Sektoren der Fall ist. Dies liegt schlichtweg daran, dass man für die gleiche Kapazität weniger Sektoren benötigt und somit auch weniger Speicherplatz zur Verwaltung "opfern" muss.

Diese Sektoren erhalten jedoch zur Adressierung durch das Betriebssystem eine fortlaufende Nummer, die im LBA gespeichert werden. Das Feld für diesen LBA ist jedoch, im Falle des normalen MBR, nur 32 Bit groß und kann somit nur 2^32 Adressen aufnehmen - dadurch entsteht die 2,2TB Grenze. Alle anderen vorhandenen Sektoren können beim Einsatz des MBRs schlichtweg nicht mehr vom Betriebssystem adressiert werden.

Setzt man nun statt auf 512 Byte-Sektoren auf die größeren 4K-Sektoren, kann man somit theoretisch mehr Speicherplatz adressieren, da dann 2^32 der 4K-Sektoren angesprochen werden können. Das Problem bei diesen größeren Sektoren ist jedoch, dass sich diese nicht ohne Probleme in älteren Betriebssystemen einsetzen lassen und man somit gezwungen wird auf ein aktuelle System zu setzen - grundsätzlich sollte dies aber kaum ein Problem darstellen.

Um diese Probleme mit den MBR-Sektoren umgehen zu können, wurde eine neue Spezifikation namens GPT (GUID Partition Table) entwickelt. Diese kann bis zu 1 Milliarde Terabyte adressieren. Hier besteht das Problem jedoch darin, dass für die Nutzung von GPT meist ein EFI-Bios vorhanden sein muss und dass, wie bereits bei den 4K MBR-Sektoren, auch das Betriebssystem die Spezifikation unterstützen muss.

Möchte man unter Windows 7 die 3TB-Seagate HDD mittels MBR partitionieren,so wird die Festplatte in zwei Teile getrennt (einmal 2048GB und einmal 746,52GB). Der Letzte Teil, also die 746,52GB sind NICHT nutzbar.

Setzt man jedoch die Möglichkeit mittels GPT ein, so wird die Festplatte nicht getrennt und kann vollständig, mit einer großen Partition, genutzt werden.

Zurück