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Anycubic Kobra X - Der ideale (Wieder)Einstieg für Anfänger - Erste Testdrucke und Eindrücke

Erste Testdrucke und Eindrücke

Für den ersten Testdruck haben wir das beim Drucker beiliegende orangenes PLA genutzt und dieses in den Filamentwechsler als erste Farbe geführt. Im Anschluss haben wir uns aus der Auswahl, der seitens Anycubic auf dem Drucker zur Verfügung gestellten Testdateien dazu entschieden ein "14 Minuten Benchy" zu drucken. Hierbei sind wir also vollkommen auf die Vorgaben und die Slicing-Informationen seitens Anycubic angewiesen.

Nachdem der Drucker seine automatische Nivellierung durchlaufen hatte, ging es auch schon los und nach 14 Minuten stand tatsächlich ein kleines Boot vor uns. Hierbei wird jedoch schnell deutlich, dass die geringe Druckzeit teilweise zulasten der Druckqualität des Benchys ging. So sind unter anderem die Schichtübergänge am Bug und auf dem Dach der Kajüte deutlich sichtbar und auch die Verarbeitung des Schornsteins könnte höherwertiger ausfallen.

In der Kajüte sieht man in der Türöffnung zum Teil sogenanntes Stringing, bei dem die Düse Fäden zwischen zwei Druckbereichen zieht. Dies könnte jedoch sowohl am beiliegenden Material als auch unpassende Druckeinstellungen zwischen dem PLA-Profil des Druckers und dem beigelegten PLA hindeuten. Das Modell scheint in Summe mehr auf Geschwindigkeit, als auf Genauigkeit ausgelegt zu sein. So sind teilweise die einzelnen Schichten des Drucks unsauber ausgeführt (hier und dort sind kleine Unebenheiten sichtbar) oder es gibt deutlich sichtbare Linien (z.B. am Schornstein), da hier immer wieder die gleiche X- und Y-Position genutzt wurde, um in Z-Richtung die Höhe zu verändern.

Für den ersten Druck war das gezeigte Modell am Ende doch recht eindrucksvoll im Hinblick auf die Geschwindigkeit, weniger jedoch in Bezug auf die Oberflächenqualität.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software
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Natürlich haben wir uns nicht entmutigen lassen und das kurze beiliegende Filamentstück gleich für den nächsten Druck eingesetzt: Auf dem Drucker ist ein flexibler Hai als Modell vorinstalliert, den wir im Folgenden gedruckt haben. Dieser benötigte schon etwas mehr Zeit als das Speed-Benchy aus dem ersten Druck und somit waren plötzlich auch die Schichthöhen und Oberflächen deutlich hübscher anzusehen.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software
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Benchmark-Objekte

Um die Performance von verschiedenen Druckern vergleichen zu können, finden sich im Internet verschiedene Modelle die verschiedenen Funktionen eines Druckers genauer unter die Lupe nehmen. Aus diesem Grund haben wir verschiedene PETG-Farben (die wir auch bei Anycubic erworben haben) in den Drucker geladen und verschiedene Testobjekte gedruckt. Wir haben hierbei die Standard PETG-Profile seitens Anycubic verwendet und die Objekte simpel als STL in den Slicer gesteckt. Als Schichthöhe nutzen wir den Standardwert von 0,2mm.

Für den Benchmark Start haben wir uns für einen einfachen Kalibrierungswürfel von Thingiverse entschieden, der in der Theorie in jeder der drei Richtungen des 3D-Druckers jeweils eine Kantenlänge von 20mm aufweisen sollte.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software

Mittels Messschieber nachgemessen kommen wir dabei jedoch auf minimale Abweichungen, die in der Realität jedoch häufig zu vernachlässigen sein dürften:

  • X-Achse: 19,90mm (Abweichung: 0,1mm)
  • Y-Achse: 19,92mm (Abweichung: 0,08mm)
  • Z-Achse: 20,09mm (Abweichung: 0,09mm)

Als weiteres Testobjekt nutzen wir die bekannte "All In One 3D printer test" Datei, welches ebenfalls auf Thingiverse zu finden ist und in dieser oder leicht abgewandelter Form auch in nahezu jedem 3D-Druck Portal zu finden ist. Der Druck prüft dabei verschiedene Parameter des Druckers und der Einstellungen: so beispielsweise, ob ein runder Druck wirklich rund wird, ob Abmessungen so sind wie beschrieben oder wie weit ein Überhang reichen darf, bevor es zu unschönen Problemen kommt.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software

Nach dem Druck des Objekts ist zuerst aufgefallen, dass sich die vordere linke Ecke vom Druckbett gelöst hat und ein leichtes Warping auftritt. Dies ist ein oft zu sehendes Problem, wenn die Haftung am Druckbett während des Drucks nicht ausreichend war. Anycubic druckt PETG per default mit einer Druckbetttemperatur von 70°C - wie sich bei späteren Druckmodellen jedoch gezeigt hat, ist die Haftung bei rund 75°C besser und so ließ sich Warping bei anderen Objekten verhindern.

Auffällig ist weiterhin, dass alle Schriftzüge auf der geraden Oberfläche nicht oder nur schlecht lesbar sind. Dies war bereits im Slicer sichtbar und lässt sich dort über die Einstellung "Dünne Wand erkennen" im Menü "Struktur" verbessern.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software
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Im Bridging-Test konnte der Drucker problemlos alle sechs Testbrücken drucken - einzig bei der mit 25mm längsten Brücke wirkt der Bauch nach unten etwas dicker als bei den anderen Brücken.

Die im Loch-Test gedruckten Öffnungen sind sehr maßhaltig und es lassen sich nur minimale Abweichungen (~0,02mm) von der vorgesehenen Lochgröße ermitteln. Einzig die länglichen Löcher fallen mit 13,91mm rund 0,09mm kleiner aus als vorgesehen.

Im Diameter-Test bei dem runde Röhren gedruckt werden, liegt auch die gemessene Wandstärke der Röhren im bisher genannten Bereich von 0,01 bis 0,06mm gegenüber der vorgegebenen Wandstärke von 1mm. Einzig die Röhren selbst weichen vom vorgesehenen Durchmesser ab - so hat die 10mm Röhre nur 9,74mm, und die 6mm Röhre nur 5,72mm im Durchmesser. Hier besteht demnach noch etwas Optimierungspotential - für den Anfänger der jedoch nur einzelne Modelle und keine Passteile druckt sollte die Genauigkeit diesbezüglich jedoch vollkommen ausreichen.

Die gemessenen Abweichungen liegen insgesamt im typischen Bereich eines gut kalibrierten FDM-Druckers.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software
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Beim Überhangtest zeigt sich bei beiden Überhängen, dass ab einem Winkel von rund 70° die Unterseiten des Überhangs langsam unansehnlicher werden. Funktional druckt der Kobra X jedoch out of the Box sogar bis 80° problemlos - nur dann eben nicht mehr so ansehnlich.

Die einzelnen Türme in der Ecke des Modells sollen eigentlich laut Modell eckig sein - wie man jedoch sowohl im Slicer, als auch später beim Druck sieht werden hier die Ecken entsprechend etwas rund. Dies ist jedoch der Funktionsweise des FDM-3D-Drucks geschuldet und demnach im Grunde kein echter Kritikpunkt. Kritischer muss man jedoch den Aufbau der Türme sehen: Es sind deutliche Schwankungen in den einzelnen Schichten des Drucks erkennbar, die so eigentlich nicht erwünscht sind.

Der erste Mehrfarbdruck mit dem Anycubic ACE

Neben dem "normalen" 3D-Druck wirbt Anycubic beim Kobra X primär mit dem Anycubic ACE-Mehrfarbsystem, welches im Falle des Anycubic Kobra X in Form des ACE Gen2 Druckkopf daherkommt. Innerhalb des Druckkopfaufbaus kommt neben der eigentlichen Druckdüse und den zur Kühlung (sowohl vom Hotend als auch vom Bauteil) notwendigen Lüftern eine komplette Mehrfarbeinheit zum Einsatz. Wer mehr zum eigentlichen Aufbau erfahren will: Anycubic stellt den schematischen Aufbau in einem kurzen Werbevideo auf YouTube vor.

Die Besonderheit dabei liegt darin, dass das Filament direkt innerhalb des Druckkopf gewechselt wird und lange Retraktionszeiten, bei denen das Filament zum Teil erst vollständig zurückgezogen werden muss, entfallen. Dadurch spart Anycubic beim Mehrfarbdruck zwar erstmal nur bedingt Material ein (der Spülturm beim Druck und der Abfall beim Filamentwechsel fällt trotzdem an), spart dem Nutzer aber in Summe dennoch Druckzeit bei Mehrfarbdruck ein.

Natürlich konnten wir es uns nicht nehmen lassen und diesen einmal ausprobieren: im ersten Schritt mit einer einfachen Schüssel, bei der wir den oberen Rand mit einer anderen Farbe eingefärbt haben und positiv davon überrascht waren, wie sauber der Drucker arbeitet und wie schnell der Farbwechsel vonstattengeht. Im zweiten Schritt haben wir jedoch zwei kleine Figuren gedruckt, welche im Grunde auf nahezu jedem Layer mindestens einen kurzen Farbwechsel benötigen.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software

Neben der schnellen Erkenntnis, dass die Flügel entsprechende Stützstrukturen benötigt hätten, fällt deutlich auf, dass die Standardeinstellungen des Anycubic Slicers nur bedingt für kleine und feine Strukturen optimiert wurden, da starkes Fädenziehen zwischen den einzelnen Strukturen der Figuren vorkommt.

Weiterhin wird deutlich: das Farbsystem arbeitet zwar sehr effizient und in Summe für ein Farbsystem "schnell". Jedoch fällt wie bereits eingangs erwähnt eine enorme Menge Abfall an: während die Figuren selbst nur 3g wiegen, fallen 8g für den Spülturm und weitere 32g beim eigentlichen Farbwechsel an. Dies lässt sich in der Realität zwar verringern, indem man beispielsweise mehrere gleichartige Figuren zur gleichen Zeit druckt (dann steigt das Gewicht der Figuren an, während der Abfallanteil nahezu identisch bleibt), ist jedoch am Ende eigentlich nicht zu verhindern.

Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software
Anycubic Kobra X - Geräte, Testdrucke, Software
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Im Hinblick auf die Farben und Stabilität der gedruckten Figuren bleibt jedoch im Grunde kein Wunsch offen: Der Drucker hat akkurat zwischen den vier Farben (schwarz für den Körper, grün für farbliche Akzente, weiß und grau für die Augen) gewechselt und die Farben sauber und ohne Verwaschungen der einzelnen Farben gedruckt. Während die Fäden sich mit ein bisschen Mühe entfernen lassen, lässt sich der Anwenderfehler das Modell ohne passende Stützstrukturen zu drucken jedoch nur durch einen neuen Druck beheben.

Hier sollte man sich also gerade als Anfänger erstmal rantasten, ob und wann Stützstrukturen benötigt werden, wohingegen man sich keine Gedanken über den eigentlichen Farbwechsel machen muss.

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