NAS im Eigenbau: Das Review-Center.de NAS - Hardwarewahl - Motherboard und Prozessor

Hardwarewahl - Motherboard und Prozessor

Bei der Wahl des Motherboards stellt sich neben der Frage des Formfaktors auch die Frage in welcher Leistungskategorie das NAS später liegen soll. Für ein kleines NAS-System bietet es sich aus diesem Grund an, im Bereich der ITX oder microATX-Motherboards, nach einer geeigneten Platine Ausschau zu halten. Diese sind meist auf Grund des Formfaktors zwar in der Funktionalität etwas eingeschränkter als es bei einem normalen ATX-System der Fall wäre, aber auf Grund dessen sind sie meist stromsparend und auf den Einsatz in einem kompakten System optimiert.

Je nach Einsatzweck sollte man sich Gedanken machen, ob eine kleine CPU wie ein Intel Atom bzw. Celeron oder eine kleine AMD APU ausreichend dimensioniert ist oder ob man das System später auch für anspruchsvollere Dinge nutzen möchte und man aus diesem Grund eine vollwertige Desktop-CPU einsetzen möchte. Vorteil der kleineren CPUs ist dabei, dass diese meist schon im Verbund mit einem passenden Motherboard angeboten werden - heißt statt einem normalen Prozessorsockel sind diese fest auf die Platine gelötet. Dies führt unter Anderem dazu, dass die Hersteller die Platinen genau auf den Prozessor zuschneiden können und auf Grund der größeren Einkaufsmarge des Herstellers die Kombination aus CPU/Motherboard meist günstiger ausfällt, als es bei einem Einzelkauf der beiden Komponenten der Fall wäre. Auf Geizhals wurde extra für die Mainboards mit integrierter CPU eine eigene Kategorie aufgesetzt, auf der sich Lösungen von 40€ bis zu 710€ finden lassen. (Zu Geizhals)

Diese Liste kann man nun auf seine Bedürfnisse filtern und entsprechend die Komponenten auswählen. Zu achten sei dabei jedoch darauf, dass das System aktuellen DDR3-Speicher nutzt, mindestens eine Gigabit-LAN-Schnittstelle bietet und je nach Anforderungen mindestens zwei SATA-Anschlüsse vorhanden sind. Weiterhin sollte man einen Dual oder Quad-Core Prozessor einsetzen, da die kleineren Single-Core Prozessoren insbesondere in Verbindung mit einem Software-RAID zu einem Flaschenhals werden können.

Je nach gewähltem Formfaktor sollte zudem noch ein PCI-Express Slot vorhanden sein, über den sich das System im Bedarfsfall um wichtige Schnittstellen erweitern lässt. Beispielsweise kann in einem PCIe x1-Slot eine weitere Netzwerkkarte oder gar ein vollwertiger RAID-Controller installiert werden.

Auf Grund des Preis/Leistungsverhältnis werden derzeit in Foren viele Systeme auf Basis des Intel J1900-Prozessor empfohlen. Dabei handelt es sich um einen 64bit Quad-Core Prozessor der mit einem Takt von 2GHz arbeitet und dabei eine TDP von nur 10 Watt aufweist. Weiterhin unterstützt er bis zu 8GB DDR3-Arbeitsspeicher und besitzt eine integrierte GPU - somit ließe sich das NAS später auch im Wohnzimmer als Media-PC nutzen. Die Mainboards in Verbindung mit diesem Prozessor sind aktuell (Stand 15.06.2014) zu einem Preis von 57€ bis zu 161€ zu finden. (Zum Datenblatt des Prozessors)

Als Alternative könnte man auch auf eine APU aus dem Hause AMD zurückgreifen - diese bieten jedoch aktuell durchweg einen geringeren Grundtakt in Verbindung mit einer höheren TDP als es bei Intel der Fall wäre. Weiterhin fallen die Preise aktuell nicht merkbar günstiger aus, als es beim Intel J1900 der Fall ist.

ASRock Q1900DC-ITX

Für unser Review-Center.de NAS haben wir uns für das ASRock Q1900DC-ITX entschieden: Dieses ITX-Motherboard setzt auf oben genannten J1900-Prozessor in Verbindung mit zwei SO-DIMM DDR3-Speicherslots. Zum Anbinden der HDDs bietet es jeweils zwei SATA 6GB/s und SATA 3GB/s Anschlüsse.

Zur späteren Erweiterung bietet es neben einem handelsüblichen PCIe x1-Slot zusätzlich einen mini-PCIe Slot über den sich beispielsweise einen W-Lan-Funktionalität realisieren lassen könnte. Die größte Besonderheit dieses Systems liegt jedoch zusätzlich darin, dass zur Stromversorgung ein normales DC-Netzteil zum Einsatz kommen kann - dazu jedoch später mehr.

Sollte man sich entschließen das System später nicht "nur" als NAS zu nutzen, sondern auch als Media-Player im Wohnzimmer, so lässt sich der Fernseher bzw. der Bildschirm entweder per VGA, HDMI oder DVI anschließen. Zum Anschluss von externen Festplatten stehen rückwärtig jeweils zwei USB 3.0 und 2.0-Anschlüsse bereit, sowie je nach Gehäuse ein Front-USB 3.0 und 2.0-Header.